Hochzeit zu Kana

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Welche Worte, Begebenheiten und Situationen kommen mir in den Sinn, wenn ich die Worte „Hochzeit zu Kana“ höre: Der Wein ist ausgegangen, Maria tritt vor ihren Sohn und bittet abzuhelfen, Weinwunder, . . . Hochzeit hat mit einen Bund für das ganze Leben zu tun. In der folgenden Predigt vom Hl. Cyrill von Alexandrien wird uns ein Akzent der Haltung Jesu und Mariens gezeigt:

Gezielt geht Christus daran, Wunder zu wirken, auch wenn es den Anschein hat, als wäre er zufällig dazu gerufen worden. Denn als eine Hochzeit gefeiert wurde - selbstverständlich in allen Ehren -, war die Mutter des Heilands zugegen; aber auch er war zusammen mit seinen Jüngern geladen und kam nun, nicht so sehr um am Mahl teilzunehmen, sondern um ein Wunder zu wirken.

Mit seiner Anwesenheit ehrte er zugleich die Hochzeitsfeierlichkeiten selbst, denn er ist die Freude und Fröhlichkeit aller in Person. Paulus sagt: "Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden" (2 Kor 5,17). Deshalb kam er zusammen mit seinen Jüngern zur Hochzeit. Denn es war gut, dass jene, die vom Eifer für wunderbare Dinge gepackt waren, mit dabei waren, als er dieses Wunder wirkte; dies aber musste geschehen, damit sie gleichsam Nahrung für ihren Glauben sammeln konnten.

Als den Gästen der Wein ausging, bat ihn die Mutter, seine gewohnte Güte und Hilfsbereitschaft zu zeigen; sie sagte: "Sie haben keinen Wein mehr" (Joh 2,3). Sie forderte ihn auf, ein Wunder zu wirken, hatte er doch die Macht, alles zu tun, was er wollte.

"Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen" (Joh 2,4). Großartig, wie sich der Heiland mit diesem Wort ausgedrückt hat! Es wäre nicht in Ordnung gewesen, wenn er herbeigeeilt wäre oder sich von sich aus dorthin begeben hätte, um ein Wunder zu wirken; vielmehr schickte es sich, auf eine Bitte hin zu kommen und diese Gnade mehr zu einem echten Nutzen als nur zur Augenweide der Zuschauer zu gewähren. Viel angenehmer ist es ja, wenn ein Wunsch dem Bittsteller nicht sofort erfüllt wird, sondern erst nach einer kleinen Verzögerung gewährt wird, weil er so zur schönsten Hoffnung Anlass gibt. Außerdem zeigte Christus, dass die Verehrung, die man den Eltern schuldet, am größten ist; denn aus Ehrfurcht gegenüber der Mutter entschloß er sich zu dem, was er eigentlich nicht tun wollte. (Deckt das Verborgene auf: wollen und doch Zurückhaltung)

 

Abschließend:

Jesus ist beim Schließen des Bundes zugegen. Im Johannesevangelium ist gleichsam der Einsetzungsbericht vorweggenommen und in die Hochzeit von Kana, am Beginn des Evangeliums, hineingenommen. Jesus wirkt das Wunder, und wandelt Wasser in Wein. Wenige Stunden vor seinem Sterben, wo er den eigentlichen Bund schließt, setzt er die Eucharistie und das Priestertum ein. Als Erinnerungszeichen sei hier angefügt ein Bild der eucharistischen Gestalten des Wunders von Lanciano in Italien.

Eine gesegnete Zeit mit Jesus und Maria wünscht    

Rudolf Parth CM