Fest der Bekehrung des hl. Paulus  und zugleich
Gründungstag der Gemeinschaft der Lazaristen
(in Deutschland Vinzentiner genannt) im Jahre 1617

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Durch die Geschichte hindurch ist der 25. Jänner ein Tag der Barmherzigkeit Gottes dem Menschen gegenüber. Saulus, der die Christen verfolgt, wird durch das Erbarmen Gottes, wie es die Kirche feiert, an diesem Tag zu einem Paulus. Es gäbe sicher noch weitere Zeugnisse zu diesem Tag. Ein Zeichen, das mich drängt, es herauszunehmen, ist der Gründungstag meiner Gemeinschaft, der Kongregation der Mission 1617. Es ist das Fundament der Gründung der Lazaristen (in Deutschland Vinzentiner genannt) und in der Folge der Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen), zu der die Hl. Katharina Laboure später einmal gehören wird. Wir lesen dazu einige Gedanken des Hl. Vinzenz über die Anfänge:

Eines Tages wurde ich zu einem Schwerkranken gerufen, um seine Beichte zu hören. Dieser Mann stand bei allen in so hohem Ansehen, dass man ihn für den rechtschaffensten Menschen der ganzen Gegend hielt. Und doch war sein Gewissen mit schwerer Schuld belastet, die er niemals in einer Beichte zu bekennen wagte, wie er selbst offen in Gegenwart der Gattin des Generals der Galeeren gestand: "Gnädige Frau, wenn ich keine Generalbeichte abgelegt hätte, wäre ich wegen der schweren Sünden, die ich niemals gebeichtet habe, verdammt worden“.

Das war im Januar 1617. Am 25. Januar nun, am Fest der Bekehrung des Heiligen Paulus, bat mich Madame de Gondi, in der Kirche von Folleville eine Predigt zu halten, um die Leute zur Ablegung einer Generalbeichte zu ermuntern. Ich tat das gern. Ich zeigte, worauf es dabei ankomme, wies auf den Nutzen der Generalbeichte hin und erklärte den Leuten, wie sie es machen sollten. Und Gott sah wohlgefällig auf das Vertrauen und den Glauben der Dame - denn meine vielen Sünden hätten den Erfolg eher vereitelt -, dass er meine Predigt segnete, Alle Leute waren so tief ergriffen, dass sie ausnahmslos zur Generalbeichte kamen. Ich fuhr nun fort, sie im christlichen Glauben zu unterweisen und auf den würdigen Empfang der Sakramente vorzubereiten. Dann gab ich mich daran, die Beichten zu hören. Aber der Andrang war so groß, dass ich es mit noch einem Priester, der mir half, nicht bewältigen konnte. Deshalb ließ Frau de Gondi einige Jesuiten aus Amiens kommen, die uns beim Beichthören, beim Predigen und bei der Katechese halfen.

Dieser günstige Auftakt veranlasste uns, mehrere Jahre hindurch auch in den andern Pfarreien der Frau von Gondi diese Missionen durchzuführen. Madame wollte für den Unterhalt der Priester aufkommen, die diese Aufgabe für ständig übernehmen würden. So verschaffte sie uns das Kolleg "der Lieben Kinder", das Herr Portail und ich bezogen. Ein Priester schloss sich uns an, dem wir jährlich 50 Taler auszahlten. So zogen wir drei durch die Lande, predigten das Evangelium und führten Missionen durch. Wenn wir unser Haus verließen, gaben wir den Schlüssel unserm Nachbarn und baten ihn, nachts in unserm Haus zu schlafen. Ich hielt überall nur eine Predigt, natürlich in tausendfacher Abwandlung: über die Gottesfurcht. Das taten wir, und Gott führte das durch, was er von Ewigkeit her beschlossen hatte: er segnete unsere Arbeiten. Einige Priester, die das sahen, schlossen sich uns an. O Heiland! Wer konnte damals ahnen, dass sich alles so entwickeln würde, wie es jetzt ist. Hätte mir das damals einer gesagt, dann hätte ich geglaubt, er wolle sich über mich lustig machen. Und doch war das nach dem Willen Gottes der Anfang des Unternehmens, wie es sich uns heute darbietet.


Dieser Tag stellt uns erneut die Frage: Wie lebe ich aus der Zuwendung und dem Erbarmen Gottes und wie folge ich ihr? Lass ich mich immer wieder von neuem in die Barmherzigkeit Gottes hineinnehmen? Viele Jahre später am 22. Februar 1931, Fest Petri Stuhlfeier, erscheint Jesus der hl. Sr. Faustina Kowalska und gibt ihr den Auftrag, das bereits bekannte Bild vom „Barmherzigen Jesus“ zu malen. An dem Bild ist ersichtlich, wie ein weißer und roter Strahl aus dem Herzen Jesu strömt - ein Zeichen der Umkehr in der Beichte und der Stärkung in der Eucharistie. Vinzenz von Paul wurde Anfang des 17. Jh. vom Herrn dahingeführt, durch das Bußsakrament und die Unterweisung den Menschen bereit zu machen, neu und tiefer aus dem Geheimnis der Eucharistie zu leben.

Eine kleine Beobachtung am Rande:
Die Vorsehung Gottes fügte es und erwählte dazu die beiden Apostelfürsten, im Zeichen der Gnadentage „Bekehrung des Hl. Paulus“ und „Kathedra Petri“ (Übertragung des Hirtenamtes an Petrus).

Ich wünsche eine liebende Aufmerksamkeit der Barmherzigkeit Gottes gegenüber

im Gebet verbunden
Rudolf Parth CM